
Bevor neue Farbe auf den Brunnen darf, mussten alte Verzierungen und
Dichtungsmasse abgestrahlt werden. (Bild: Schneider)
Schorndorfer Nachrichten, 21. August 2009
Von Michaela Rudnik.
Derzeit wird der Brunnen auf dem Schorndorfer Marktplatz generalüberholt / Pünktlich zum Weinfest soll er fertig sein.
Schorndorf. Längst war der Brunnen am Schorndorfer Marktplatz undicht, farbliche Dekorierungen waren abgeplatzt. Und ein wenig gammelig sah er auch aus. Deshalb wird ihm derzeit zu Leibe gerückt. Erst wurde die alte Versiegelung abgestrahlt. Mittlerweile ist eine neue Grundierung angebracht, und Anja Köller bringt mit zartem Pinselstrich die Wappen an den Seitenwänden an.
Unter dem Zeltdach, das den Brunnen während der Sanierung vor Niederschlägen schützen soll, ist’s heiß dieser Tage.
Im Schneidersitz hockt Anja Köller vor der Seitenwand des historischen Marktbrunnens. Ab und zu nickt sie mit dem Kopf. Sie hat Kopfhörer
auf. Ein klein wenig Musik lässt die Arbeit trotz der brütenden Hitze leichter von der Hand gehen. Die junge Gesellin der Firma
Leibrand ist fürs Kolorieren der Wappen auf dem Brunnen verantwortlich. Mit einem feinen Pinsel trägt sie zunächst gelbe Farbe auf,
wo später Gold benötigt wird. So glänzen die edelmetallen verzierten Wappenelemente am Ende noch viel schöner. Erst in den
folgenden Tagen kommen die übrigen Farben dran.
Brunnen wurde erst sandgestrahlt, dann neu abgedichtet.
Insgesamt sind acht Wappen an dem achteckigen Trog des historischen Brunnens von 1773 wieder in Farbe zu setzen. Und auch an der mittigen Brunnensäule gibt’s etliche erhabene Verzierungen, die auf Farbe warten. Bevor Anja Köller aber überhaupt mit den kleinteiligen Malereien anfangen konnte, musste der gesamte Brunnen sandgestrahlt werden. Auf diese Weise wurden die längst undichte Beschichtung und die abblätternde Farbe abgelöst. Anschließend wurde wieder eine graue Dichtungsschicht innen und außen am Brunnen angebracht. Aber nicht alle Dellen, die zuletzt am Brunnen entstanden sind, wurden ausgebügelt. Dazu hätte nämlich weiteres Material angebracht werden müssen. „Das würde aber über kurz oder lang wieder abfallen“, weiß die Gesellin der Malerfirma. Also wurden kleine Unebenheiten in der gusseisernen Verkleidung belassen und lediglich mit der abdichtenden Farbe übermalt.
Die vier Kupferwasserspeier, die noch aus der ersten Bauphase des Brunnens herrühren und zu der Mittelsäule gehören, waren ebenfalls leck. Drum hat Schlosser Roland Wöhr sie abgebaut und in seine Werkstatt mitgenommen. Nach ihrem Vorbild modelliert er derzeit neue Rohre.
Bis zum 27. August sollen nach Angaben von Herbert Schuck, dem Amtsleiter des Technischen Rathauses, die Arbeiten an dem Brunnen zumindest vorläufig abgeschlossen sein. Pünktlich zum Weinmarkt soll nämlich das wenig adrette Plastikzelt um den Wasserspender abgebaut werden. Allerdings: Kühles Nass wird noch nicht in den Brunnen eingefüllt. Die Dichtungsfarbe muss noch ein wenig trocknen. Ist das passiert, soll das Innere des Brunnens einen blauen Anstrich erhalten, so dass das Wasser später meeresartig schimmert.
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