Leibbrand aus Schorndorf bekommt ein Zertifikat von der Bundesagentur für Arbeit
Bildungspartnerschaft zwischen der Keplerschule und der Firma Leibbrand unterzeichnet
Leibbrand aus Schorndorf bekommt ein Zertifikat von der Bundesagentur für Arbeit

Berufswunsch finden leichter gemacht

Bildungspartnerschaft zwischen der Keplerschule und der Firma Leibbrand unterzeichnet: In Berufe schnuppern ist erwünscht.

"Schorndorfer Nachrichten" - Ausgabe vom 17.12.2010


Mit Unterschrift und Stempel haben Thomas Mürdter, zweiter Geschäftsführer der U. Leibbrand GmbH, und Dieter Leins, Rektor der Keplerschule, die Bildungspartnerschaft unterzeichnet. Rund 40 Prozent der Schulabgänger haben keinen konkreten oder realistischen Berufswunsch - so die Zahlen der IHK. Die Industrie- und Handelskammer unterstützt deshalb Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen. Auch die Keplerschule hat jetzt eine solche Kooperation mit der Firma Leibbrand unterzeichnet. Dort können Schüler den Beruf des Malers und Lackierers ausprobieren.


"Wir wollen, dass jeder Schüler auch weiß, was er nicht will" , sagt Schulleiter Dieter Leins. Sonst drohe häufig der Ausbildungsabbruch - und das bringe weder den Schülern noch dem Unternehmen etwas. Deshalb sind nicht nur Bildungsanstalten an einer engeren Kooperation interessiert, sondern auch Industrie, Einzelhandel und Handwerker. Sehr interessant fand Leibbrand-Geschäftsführer Thomas Mürdter das relativ neue Modell Bildungspartnerschaft, das er in einer Branchenzeitschrift entdeckt hat. "Daraufhin habe ich mich sofort bei der IHK gemeldet" , sagt er. Die Industrie- und Handelskammer hat den Kontakt zur Keplerschule hergestellt. Jetzt ist die Firma Leibbrand die erste Bildungspartnerin der Keplerschule - weitere aus dem Einzelhandel und der Industrie im Umkreis von 20 Kilometern um Schorndorf sollen folgen .


Die Bildungspartnerschaft garantiert Schülern der Keplerschule einen Praktikumsplatz im Unternehmen. Zu den fünf Pflichtpraktika können sie dort auch ein sechstes während der regulären Schulzeit absolvieren. "Das haben wir so abgemacht, damit nicht alle in den Ferien kommen, das schaffen wir nämlich sonst nicht", sagt Mürdter. Eine Betriebsbesichtigung gab´s bereits vor der Unterschrift und das Unternehmen ist offen für gemeinsame Projekte.

Mürdter selbst ist ganz begeistert vom Berufsfindungskonzept, denn auch sein Unternehmen sucht händeringend Azubis, die gerne als Maler und Lackierer arbeiten. Auch Schulleiter Leins ist begeistert. "Ich weiß auch, dass unsere Schüler von diesem Unternehmen eine ehrliche Bewertung bekommen", sagt er. Denn das sei wichtig bei der Berufsfindung. "Man muss den Schülern auch sagen, an welchen Schwachstellen sie noch arbeiten müssen."

Schwachstellen bei Hauptschülern? Klar, denkt sich wohl so mancher, die können alle kein Mathe. Das sei aber gar nicht das Problem, so Mürdter. "Wir stellen auch Schüler mit schlechteren Abschlüssen ein", sagt er. "Aber oft fehlt es an sozialer Kompetenz." Pünktlichkeit, Höflichkeit, Zuverlässigkeit gehören nämlich auch dazu, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. "Deshalb muss jeder, der bei uns anfangen möchte, zunächst ein einwöchiges Praktikum absolvieren", so der Geschäftsführer. Ein guter Test sei, was passiert, wenn´s heftig schneit: "Kommt der Praktikant gar nicht, während andere, die noch weiter weg wohnen als er, zehn Minuten zu spät kommen, wirft das kein gutes Licht auf ihn."


Spielerisch das Benehmen fürs Bewerbungsgespräch lernen


Um die sozialen Fähigkeiten der Schüler zu entwickeln, tut die Keplerschule, was sie kann. Schulsozialarbeiterin Tanja Brandstetter macht mit Achtklässlern ein sogenanntes Kompetenztraining. In diesem lernen die Schüler, wie sie sich bei der Bewerbung, im Praktikum und im Job benehmen sollten. Dafür gibt´s sogar ein Spiel. "Das heißt ready, steady, go", erklÄrt sie - also: auf die Plätze, fertig, los. Dabei durchlaufen die Schüler verschiedene Stationen von der Bewerbung über den Job, zu Arbeitslosigkeit und zur neuen Arbeit. Mitglieder des Rotaryclubs - echte Unternehmer - mimen die Chefs beim gespielten Bewerbungsgespräch. Vertreter vom Jugend- und Arbeitsamt helfen den jungen Leuten spielerisch aus der Arbeitslosigkeit heraus. So lernen sie, wie alles theoretisch funktioniert. Ob der Wunschberuf tatsächlich der große Traum ist oder eher ein Albtraum, lernen die Werkrealschüler aber erst bei der Praxis in den Firmen.

Durch die bessere Vorbereitung auf den Beruf habe sich viel verändert, so Geschäftsleiter Thomas Mürdter. "Bei uns brechen wesentlich weniger Azubis ihre Ausbildung ab."


Bildungspartnerschaft zwischen der Keplerschule und der Firma Leibbrand unterzeichnet



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