Menschen für Leibbrand

Eine feste Größe: Silja Günther

In der ehemaligen DDR war es nicht ungewöhnlich Frauen in Berufen zu finden, die im Westen als „Männerberufe“ galten. So wundert es auch nicht, dass Silja Günther als Programmiererin in ihre berufliche Karriere startete.

Als freundliche und den Menschen zugewandte Person passt sie so gar nicht zum Klischee des Computernerds. Sie begann ihre Ausbildung 1989 und arbeitete bis 1995 als Programmiererin in Gera.

Nach der Insolvenz ihres Arbeitgebers im Zuge der Wiedervereinigung und den wirtschaftlichen Umwälzungen in den neuen Ländern zog es sie und ihren Mann nach Oberfranken. Genauer gesagt zu Sto, einem der größten Farbenhersteller in Europa. Hier erinnerte sich Frau Günther auch wieder an das Malergeschäft ihres Großvaters.

Hatte sie als Kind noch unbedarft zwischen den Farbkübeln gespielt, stieg sie nun professionell in den Verkauf von Farben und die Beratung der Kunden ein. „Eine Karriere als Maler und Lackierer kam für mich nicht in Frage. Ab der zweiten Stufe einer Leiter leide ich unter Höhenangst“, sagt Silja Günther mit einem Lachen. Einen Mangel an horizontaler Beweglichkeit kann man ihr nicht vorwerfen.

Nach einer weiteren beruflichen Veränderung zog die Familie Günther ins Remstal. Heute kann Silja Günther auf 10 Jahre Betriebszugehörigkeit zurückblicken. Von Anfang an war sie im Farbenmarkt Paletti beschäftigt, den sie heute verantwortlich leitet. In dieser Zeit gab es einige Veränderungen bei den Kollegen aber auch bei den Kunden: „Der Kunde von heute ist wesentlich informierter als noch vor 10 oder 15 Jahren. Heute ist außer fachlichem Wissen eine gute Menschenkenntnis wichtig für jeden Verkäufer“.

Auch bei den Materialien sind die Dinge ständig im Fluss. Frau Günther begrüßt die Rückbesinnung auf traditionelle Werkstoffe und die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte. Apropos Umwelt: Diese erkundet Silja Günther besonders gerne mit dem Rad. Und das, obwohl ihr Mann KFZ-Mechaniker ist.

Wenn es die Zeit zulässt, liest sie gerne ein Buch, besucht Musicals und kümmert sich um ihre drei Patenkinder. Möglicherweise bringt sie ihnen das Programmieren bei.

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