• Leibbrand - Experte für Fachwerksanierung und Denkmalpflege

    Fachwerk / Denkmal

Fachwerk/Denkmal


Unser Experte für Fachwerksanierung und Denkmalpflege


Unser Mitarbeiter Manfred Schuler ist nicht nur Maler- und Lackierermeister. Während seiner Zeit auf der Meisterschule entdeckte er seine Liebe zum Thema Denkmalschutz und Restaurierung. Im Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege in Fulda legte er seine Prüfung zum staatlich geprüften Restaurator ab. Seit über 30 Jahren vervollständigt er unser Team und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Denkmal nachhaltig zu schützen. Sein fundiertes Wissen setzt er täglich bei den Projekten ein und gibt es an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Auszubildenden weiter.

Zusätzlich teilt er es als Leiter der Arbeitsgruppe für Fachwerk und Holzkonstruktionen innerhalb der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V., kurz WTA. Zuletzt erschien im November 2020 das Merkblatt 8-7 „Fachwerkinstandsetzung nach WTA VII: Beschichtungen von Sichtfachwerkfassaden – Holz -“ unter seiner Führung.


Ausgezeichnete Fachwerksanierung


Fachbetrieb für Denkmalpflege

Im Jahr 2019 sind wir als „Fachbetrieb für Denkmalpflege“ ausgezeichnet worden. Die Arbeitsgemeinschaft Bildungszentren Denkmalpflege (ARGE Fortbildungszentren) für handwerkliche Denkmalpflege hat uns dieses Gütesiegel verliehen. Wir sind sehr stolz dieses beim Bundespatentamt unter der Nummer 1065051 als eingetragenes Warenzeichen führen zu dürfen.


Maler des Jahres 2020

2020 folgte die Auszeichnung mit dem Titel „Maler des Jahres“ in der Kategorie Spezial-Arbeitsgebiet, die uns von der Fachzeitschrift „Mappe“ verliehen wurde.

Zusammen mit kompetenten Netzwerkpartnern - einem Planungsbüro und Zimmereibetrieb - haben wir die Gaupp’sche Apotheke in Schorndorf saniert. Das Gebäude dient seit 1689 als Apotheke und steht unter Denkmalschutz. Der reibungslose Ablauf von der Planung über die Ausführung bis zur Dokumentation hat uns gezeigt, dass eine eigene Abteilung und die Zusammenarbeit mit kompetenten Netzwerkpartnern für alle Beteiligten und vor allem für die Kunden einen signifikanten Mehrwert bietet.

Im Juryurteil zur Auszeichnung von Leibbrand heißt es: »Mit der Spezialisierung und dem planvollen Vorgehen verschafft sich der Betrieb ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber seinen Wettbewerbern. Er erkennt das Potenzial, das der Erhalt historischer Bausubstanz bietet. In Zeiten, wo ländliche Gegenden abgehängt zu werden drohen, leistet der Betrieb mit seinem Geschäftsmodell einen wertvollen und wichtiger werdenden Beitrag, einen wesentlichen Teil der Baukultur zu erhalten, die das Ortsbild in diesen Dörfern und kleinen Städten prägt.«


Was ist ein Denkmal?

Ein Denkmal ist ein Gebäude, Gegenstand oder ein Ort, dem bzw. der aufgrund seiner geschichtlichen, künstlerischen oder architekturhistorischen Eigenschaft die Denkmalwürde innewohnt. Ein Denkmal wird also nicht zum Denkmal ernannt, die Denkmaleigenschaft wohnt einem Gebäude oder Ort inne.

Wer an Denkmäler denkt, meint oft schöne romantische Fachwerkhäuser, Kirchen oder ähnliches. Aber auch Architekturikonen wie die Architekten aus dem Bauhaus Le Corbusier, Scharoun, Taut oder Mies van der Rohe.
Es können auch alte Industriedenkmäler oder Gebäude sein, die nach unserem Zeitgeist alles andere als erhaltenswert sind. Es gibt auch Denkmäler, die als Mahnmal für die Nachwelt erhalten werden müssen z.B. das Konzentrationslager Dachau, aber auch solche Mahnmale wie Tschernobyl.
Solche „Erkannten Denkmäler“ werden unter Denkmalschutz gestellt. Es ist die Aufgabe des Denkmalamtes die Interessen der Nachwelt zu vertreten. Das Denkmalamt kann jedoch nicht nur Forderungen an den momentanen Besitzer stellen, es muss auch die Zumutbarkeit für den Besitzer ermöglichen. Das kann durch Förderungen (z.B. KFW-Darlehen Kreditanstalt für Wiederaufbau) bzw. Zuschüsse ermöglicht werden.


Was bedeutet Denkmalpflege?


Unter Denkmalpflege versteht man alles, was zum Erhalt von dem Denkmal notwendig ist. Das können rechtliche, planerische, wissenschaftliche, aber auch handwerkliche Maßnahmen sein.
Übrigens gilt das gleiche auch für jede andere erhaltenswerte Bausubstanz, deren Denkmaleigenschaft vielleicht noch im Verborgenen liegt.

In unserer Region sind es oft die Fachwerkhäuser, die unsere Kulturlandschaft prägen und aufgrund ihrer fragilen Bauweise besondere Beachtung verdienen. Wenn man bedenkt, dass einige der Häuser im Mittelalter gebaut wurden und heute noch stehen, ist das kaum zu glauben. Umso schlimmer ist es, dass die größten Verluste der Fachwerkhäuser erst die letzten 40 Jahre zu verzeichnen waren (abgesehen von den großen Stadtbränden). Das liegt an unseren modernen Nutzungsgewohnheiten und fehlenden Wertschätzung gegenüber der Bausubstanz. Früher wurde ein Gebäude mit natürlichen Materialien gebaut und in Stand gehalten (Holz, Stein, Lehm, Kalk und Leinöl). Vor allem die regelmäßige Wartung und Achtsamkeit hat die Häuer erhalten. Dazu kommt noch der Witterungsschutz wie z.B. Schindeln, Schiefer, Ziegel oder Putz. Heute werden die Fachwerkhäuser ungeachtet der Bewitterung freigelegt, um sie dann mit den falschen Materialien und Techniken „wetterfest und regendicht zu machen“. Von innen werden dann oft Vorsatzschalen gestellt, die das Fachwerk zusätzlich mit Konvektionsfeuchtigkeit belasten. Das Ganze wird dann jahrelang sich selbst überlassen. Wenn dann die ersten Putzfelder abfallen oder Farbschichten abplatzen, muss oft spontan ungeplant Abhilfe geschaffen werden. Meist wird dann mit einer neuen Abdichtung das Ganze noch verschlimmert. Auf die Art und Weise behandelte Fachwerkfassaden ähneln mehr einem Schnellkomposter als einer Fachwerkwand. Es wäre schön, wenn die Fachwerkhäuser mit dem gleichen Selbstverständnis gewartet werden würden wie unsere PKW.


Was kann besser gemacht werden?

  • Durch regelmäßige Wartung die Gebäude im Blick behalten, um rechtzeitig reagieren zu können. Das kann der Privatbesitzer genauso wie die Kommune über einen Wartungsauftrag.
  • Im Vorfeld eine *1Schadenskartierung im Zuge einer Fassadenbefahrung erstellen lassen (diese Maßnahme wird zum Teil bezuschusst)
  • Aufgrund der Schadenskartierung eine *2Maßnahmenbeschreibung erstellen.
  • Bei notwendigen geplanten Maßnahmen im Vorfeld Denkmalschutzrechtliche Genehmigungen einholen und gegeben falls Zuschüsse beantragen.
  • Die Maßnahme durch Fachbetriebe in der Denkmalpflege ausführen lassen.



Altbauten entsprechen nicht dem Stand der heutigen Technik, wo sind solche Abläufe der Bauwerkserhaltung geregelt?

Diese Frage hat sich vor Jahrzehnten eine Gruppe von Naturwissenschaftlern, Denkmalpflegern und Planern gestellt. Mit der Folge einen Verein zu gründen. Die WTA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft zur Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege) eV. Diese Arbeitsgemeinschaft hat im Lauf der Jahre viele Merkblätter zum Thema Altbausanierung und Denkmalpflege erstellt, die heute den Stand der Technik darstellen. Ein kompletter Merkblattsatz befasst sich unter dem Referat 8 ausschließlich mit dem Fachwerk und Holzkonstruktionen. Darin werden von der Begriffserklärung über die Checkliste über die verschiedenen Bauteile bis hin zur Wartung von Fachwerkhäusern aufgeführt.
Der Umgang mit alter Bausubstanz verlangt einen fundierten Erfahrungsschatz sowohl was das Material, als auch die Techniken anbelangt. Zudem die Bereitschaft sich mit Baubeteiligten und tangierenden Gewerken zu befassen und zusammenzuarbeiten. Es gilt Abläufe abzustimmen und Lösungen zu finden, die manchmal nicht dem Standard entsprechen.

Vor allem bei den Fachwerkhäusern ist es wichtig sich über die bauphysikalischen Anforderungen im Klaren zu sein. Hier sind der Schlagregenschutz, Tauwasserschutz, Feuchteschutz und Wärmeschutz wichtig.


Fachwerksanierung nach WTA bedeutet in Kurzform:

  • Informationen über das Gebäude zu sammeln:
  • ist es ein Denkmal- wenn ja welche Kategorie- besonderes Kulturdenkmal, Ensembleschutz ec?
  • bisherige Nutzung? zukünftige Nutzung?
  • sonstige Anforderungen / Auflagen wie Brandschutz / Wärmeschutz
  • welche Bewitterungsklasse; welche Gebäudeklasse
  • gibt es schon Befunduntersuchnungen, Dokumentationen, Raumbücher, Verformungsgerechte Pläne ec.


Zu diesen Fragen gibt es das WTA Merkblatt 8.2 Checkliste zur Instandsetzungsplanung und – durchführung.


Schadenskartierung als Voraussetzung für eine geplante zielgerichtete Sanierung:

In einen Bildplan oder Plan werden alle Informationen, die bei einer Fassadenbefahrung gewonnen werden, eingetragen und in einem Bericht aufgeführt:

  • in welchem Zustand ist das Tragwerk (Holzwerk) über den ganzen Holzquerschnitt betrachtet?
  • wurden Holzersatzstoffe oder Dichtstoffe verwendet?
  • in welchen Zustand sind die Gefache?
  • aus was bestehen die Gefache: Ziegel, Strohlehm auf Stakung, Lehmziegel oder Vollausfachungen?
  • wie „sitzen“ die Gefache im Fachwerk: mit Dreikantleisten, Balkenschloss oder nur stumpf gesetzt?
  • welcher Putz wurden verwendet und wie sind die Anschlüsse zum Holz?
  • wurde ein Kellenschnitt/ Trennschnitt ausgebildet?
  • welche Farben wurden für die Gefache verwendet?
  • welche Farbe wurde für das Holz verwendet. In welchem Zustand ist die Farbe, wie hoch ist die Schichtstärke?
  • wie ist der Konstruktive Holzschutz, die Wasserführung angrenzender Bauteile wie Fensterbekleidungen oder Fensterfutter?



Maßnahmenkartierung als Voraussetzung für die Kostenermittlung:

Die Erkenntnisse werden bewertet, wieder in einen Bildplan eingetragen und in einem Bericht aufgeführt.

Bei den Hölzern gilt es zu entscheiden:
- welche Hölzer müssen wie weit ausgetauscht werde?
- sind die Anstriche und Farbschichten ausreichend diffusionsfähig oder verhindert sie die Rücktrocknung zu sehr? Daraus ergibt sich die Entscheidung, ob eine Renovierungsbeschichtung oder eine Erneuerungsbeschichtung erfolgen muss.

Bei den Gefachen gilt es zu entscheiden:

  • können die Gefache erhalten bleiben?
  • wie werden die Gefache notfalls gesichert?
  • kann der Putz erhalten bleiben?
  • kann der der Anstrich erhalten bleiben?
  • mit welchem Material wird erneuert bzw. überarbeitet?


Diese Maßnahmenbeschreibung dient als Grundlage zur Kostenermittlung aller Gewerke und ist Voraussetzung für eine Denkmalschutzrechtliche Genehmigung.

Falls Sie auf der Suche nach einem qualifizierten Handwerksbetrieb sind, der mit Vorliebe denkmalgeschützte Gebäude prüft, saniert und deren Pflege im Auge behält, sind wir der richtige Ansprechpartner für Sie.