Menschen für Leibbrand - Vom Unterschätzen und Wertschätzen

Sowohl Motorradfahrer als auch Handwerker werden gerne unterschätzt. Das ist eine Erfahrung, die Harald Gebhardt immer wieder machen muss.

Was im Straßenverkehr durchaus lebensgefährlich sein kann, ist im beruflichen Alltag auf den ersten Blick nur lästig, aber eigentlich liegt das Problem tiefer.

Auch Harald Gebhardt weiß von Nachwuchssorgen im Handwerk zu berichten. Zwar steuert die Firma Leibbrand aktiv gegen diesen Trend, aber Lehrberufe haben in der Zwischenzeit ein Imageproblem. „Dabei gibt es jede Menge Karrierechancen.“ sagt Harald Gebhardt. „Wer ehrliche Arbeit schätzt und bereit ist, sich stets auf neue Herausforderungen einzulassen und dabei die notwendige Kreativität an den Tag legt, hat beste Chancen im Handwerk.“

Diesen Weg ist auch Harald Gebhardt gegangen. Nach einer Ausbildung zum Maler hat er 2010 die Stuckateur-Meisterprüfung erfolgreich abgelegt. Damit war er bestens gerüstet um die Stuckateurabteilung bei Leibbrand mit aufzubauen. „In jungen Jahren hat man natürlich körperlich hart gearbeitet und Freunde und Bekannte hatten immer noch einen Job, der bitte erledigt werden sollte. Als Leiter eines Teams bin ich heute in erster Linie mit der Planung, Kalkulation, Abrechnung und vor allem mit der Beratung von Kunden beschäftigt. Aber noch immer bespreche ich mich mit den Kollegen direkt auf der Baustelle, um Lösungen zu finden, wenn unerwartete Hürden auftauchen.“

Flexibilität und Schnelligkeit sind dabei gefragt. Der Beruf des Stuckateurs verlangt auch eine eingehende Kenntnis der verwendeten Materialien. Und hier hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Menge getan. Noch in den 70er und 80er Jahren wurden Materialien verbaut, die man heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verwendet. „Es ist auch unsere Aufgabe, problematische Baustoffe aufzuspüren und einer genauen Analyse zuzuführen. Jedes Haus hat seine Geschichte.“ Spätestens bei solchen Tätigkeiten schlägt das Unterschätztwerden in Anerkennung um.

Der ehemalige Ringer und Rheinschiffer lacht dabei sein gewinnendes Lächeln. Lediglich als Motorradfahrer auf der Landstraße unterschätzt zu werden, ist noch immer ein Problem für Harald Gebhardt. „Aber Erfahrung ist auch hier die entscheidende Größe.“




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